Hunger in Oleschky: Ukraine bittet um Evakuierung
Die Lage im russisch besetzten Oleschky in der Region Cherson gilt als kritisch. Nach der Zerstörung des Kachowka Staudamms im Jahr 2023 wurde die Stadt zunächst überflutet und später bombardiert. Heute ist Oleschky praktisch von der Außenwelt abgeschnitten. Nach Angaben der ukrainischen Militärverwaltung leben dort noch bis zu 2000 Menschen, darunter 47 Kinder.
Die Stadt und ihre Zufahrtswege sind vermint, die Antoniwka Brücke über den Dnipro wurde 2022 gesprengt. Bewohner berichten von Toten durch Minen, Einschläge und Splitter. Zugleich verschärft sich die Versorgungslage. Im Winter sei es beinahe zum Zusammenbruch der Lebensmittelversorgung gekommen, im März habe faktisch eine Hungersnot geherrscht.
Kyjiw fordert humanitäre Korridore und internationale Hilfe. Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte spricht von einer humanitären Katastrophe. Nach seinen Angaben sollen rund 6000 Zivilisten evakuiert werden, darunter 200 Kinder. Helferinnen bringen einzelne Menschen bereits auf eigene Faust aus der Stadt, der Weg führt dabei über russisch besetzte Gebiete weiter Richtung ukrainisch belarussische Grenze.
