Hawala: Informelle Überweisungen ohne Bank oder Lizenz
Hawala ist ein informelles System für Geldtransfers, das auf Vertrauen beruht und Geld schnell sowie oft ohne Bankkonto ins Ausland bringt. Vor allem in Regionen mit zerstörtem oder eingeschränktem Bankensystem wird es genutzt. Das Geld wird dabei nicht physisch über Grenzen transportiert, sondern von lokalen Vermittlern untereinander verrechnet.
Das System gilt als alt und ist weltweit verbreitet. Es bietet niedrige Kosten, schnelle Abläufe und Anonymität. Besonders Migranten nutzen Hawala, um Familien in Krisengebieten zu unterstützen. Zugleich sehen Behörden darin ein Risiko, weil Transaktionen schwer nachvollziehbar sind und das System auch für Geldwäsche, Terrorfinanzierung oder andere kriminelle Zwecke missbraucht werden kann.
In Deutschland ist der Betrieb solcher Finanztransferdienste genehmigungspflichtig. Die BaFin geht regelmäßig gegen unerlaubte Hawala Geschäfte vor. Gleichzeitig gibt es Fälle, in denen staatliche Stellen die Nutzung in Ausnahmesituationen dulden, etwa bei humanitärer Hilfe für Afghanistan.
