Fragwürdige Studie zu Infraschall und Herzkrankheiten durch Windenergie
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Fragwürdige Studie zu Infraschall und Herzkrankheiten durch Windenergie

Eine auf einem Kongress vorgestellte Untersuchung behauptet einen Zusammenhang zwischen Infraschall von Windrädern und bestimmten Herzerkrankungen. Der Beitrag wird in sozialen Netzwerken von Windkraftgegnern als Beleg für Gesundheitsrisiken verbreitet. Fachleute stellen jedoch die Aussagekraft der Untersuchung infrage und kritisieren vor allem das Studiendesign sowie die statistische Auswertung.

Der Hauptautor Christian Friedrich Vahl verglich vier Gemeinden im Kreis Paderborn, zwei mit vielen und zwei mit wenigen Windkraftanlagen. In den Gemeinden mit vielen Anlagen seien mehr neue Herzerkrankungen aufgetreten, folgern die Autoren und leiten daraus Handlungsbedarf zur Aufklärung der Bevölkerung ab. Epidemiologe Bernd Kowall hält diese Schlussfolgerung für nicht zulässig. Auch das Umweltbundesamt weist die Kritik an der Methodik auf und warnt vor einer politischen Instrumentalisierung der Forschungsfrage.

Zusätzliche Zweifel gibt es an der Verbindung zur Universitätsmedizin Mainz. Die Einrichtung erklärt, Vahl sei seit seinem Ruhestand 2020 nicht mehr in ihre wissenschaftliche Arbeit eingebunden. Fachleute verweisen zudem darauf, dass Poster auf Kongressen nur formale Prüfungen durchlaufen und nicht als belastbarer Beleg gelten. Wissenschaftlich gebe es bislang keine gesicherten Nachweise für gesundheitliche Schäden durch die üblichen Infraschallpegel von Windenergieanlagen.

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