Deutschland nimmt russische Schattenflotte ins Visier
Die Bundesregierung will nach dem gescheiterten Drohnenanschlag auf den Flughafen Leipzig härter gegen die sogenannte russische Schattenflotte vorgehen. Gemeint sind oft alte, schlecht gewartete und unzureichend versicherte Schiffe mit unklaren Eigentümerverhältnissen, meist Öltanker, mit denen Russland Sanktionen umgehen will.
Experten verweisen darauf, dass Festsetzungen rechtlich schwierig sind, weil das internationale Seerecht die freie Handelsschifffahrt schützt. Zugleich sehen sie in Teilen der Schattenflotte Verbindungen zu Sabotage, Spionage und Drohneneinsätzen. Die Grünen Sicherheitspolitikerin Sara Nanni wirft der Bundesregierung Untätigkeit vor und verweist auf andere Staaten, die in der Ostsee konsequenter gegen verdächtige Schiffe vorgehen.
Finnland, Großbritannien, Frankreich und Schweden kontrollieren und stoppen solche Schiffe bereits häufiger. Sicherheitsexperten erwarten nicht, dass Russland wegen solcher Maßnahmen eskaliert. Sie gehen vielmehr davon aus, dass Kontrollen die Kosten für Russland erhöhen und den Transport seiner Ölexporte erschweren können.
