Der Westbalkan: Europas Auffanglager für Asylbewerber?
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Der Westbalkan: Europas Auffanglager für Asylbewerber?

Britische Medien berichteten Anfang Dezember 2025, Großbritannien erwäge, abgelehnte Asylbewerber in sogenannte Rückführungszentren nach Nordmazedonien zu bringen. In Nordmazedonien lösten die Berichte heftige politische Reaktionen und öffentliche Kritik aus. Ministerpräsident Hristijan Mickoski wies die Angaben zurück und erklärte, solange er im Amt sei, werde es kein Lager für illegale Migranten geben und das Land werde keine Migranten aufnehmen.

Im Zusammenhang mit einem Partnerschaftsabkommen zwischen Großbritannien und Nordmazedonien war zuvor bereits über mögliche Absprachen zur Migration spekuliert worden. Laut den Berichten sollten Migranten, deren Asylanträge in Großbritannien abgelehnt wurden, in Staaten des Westbalkans abgeschoben werden. Genannt wurden dabei neben Nordmazedonien auch Kosovo sowie Bosnien und Herzegowina, denen Großbritannien finanzielle Kompensation in Aussicht gestellt haben soll.

Kritiker sehen darin eine Verlagerung der Migrationspolitik in Länder außerhalb des EU Rechtssystems. In der Region ist die Sorge verbreitet, zum Auffanglager Europas zu werden. Zugleich spielt das Thema in mehreren Westbalkan Staaten eine Rolle im innenpolitischen Machtkampf. Kosovo zeigt sich offen für eine Zusammenarbeit mit Großbritannien, während Bosnien und Herzegowina den Vorschlag Berichten zufolge abgelehnt hat.

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