Blick wie ein Scanner: Wie ein Super Recognizer Täter entlarvt
Ein Kieler Bundespolizist arbeitet als sogenannter Super Recognizer und erkennt Täter häufig innerhalb von Sekunden allein am Gesicht. Der 42 Jahre alte Beamte setzt seine besondere Wahrnehmung vor allem bei Einsätzen am Kieler Hauptbahnhof und in einem angrenzenden Einkaufszentrum ein. Dabei bekommt er vorab einen Fahndungskatalog mit teils verpixelten Bildern oder Aufnahmen, auf denen Verdächtige nur teilweise zu sehen sind.
Seit vier Jahren nutzt die Bundespolizei solche Spezialisten. Nach Angaben der Behörde wurden in drei bundesweiten Testverfahren 238 Super Recognizer in den eigenen Reihen identifiziert. Die Mitarbeit an den Tests war freiwillig, eine Ausbildung für diese Fähigkeit gibt es nicht. Auch in Berlin und Schleswig Holstein wird der Einsatz solcher Spezialisten geprüft oder bereits punktuell genutzt. Die Neurowissenschaftlerin Meike Ramon verweist darauf, dass es bislang keine formale Definition für Super Recognizer und keine verlässliche Schätzung ihres Anteils in der Bevölkerung gibt.
