Beirut, Stadt mit offenen Wunden
Beirut ist von den Spuren von Krieg, Gewalt und Wiederaufbau geprägt. Auf seinen Wegen durch die Stadt sieht Mounir Zahran elegante Stadthäuser, moderne Apartments und Einschusslöcher, während sich in Beirut libanesische, palästinensische und israelische Erinnerungen überlagern.
Zahran beschreibt die Stadt zugleich als schön und verwahrlost, politisch zersplittert und von konfessionellen Gegensätzen geprägt. Er verweist auf die Proteste von 2019, die sich gegen das politische System und seine seit Jahrzehnten festgefahrenen Strukturen richteten. Zugleich erinnert er an den Angriff auf das Protestlager durch Männer aus schiitischen Vierteln und an die Folgen der Explosion im Hafen 2020 sowie des Kriegs der Hisbollah gegen Israel im Jahr 2024.
Im Rückblick schildert Zahran Beirut auch als Ort früherer Kämpfe, der libanesische Bürgerkrieg, der Abzug der PLO 1982 und das Massaker von Sabra und Schatila prägen bis heute die Erinnerung. Trotz der wiederkehrenden Zerstörung sieht er in Beirut weiterhin Hoffnung und neue politische Möglichkeiten.
