Anna Politkowskaja: Die Journalistin, die mächtige Feinde hatte
Anna Politkowskaja schrieb über Folter, Korruption und den Krieg in Tschetschenien und geriet damit in Konflikt mit mächtigen Gegnern. Vor allem der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow sah in ihr eine Gegnerin. Er bedrohte sie mehrfach und ließ sie festnehmen. Morddrohungen zwangen die Journalistin zeitweise ins Exil nach Österreich, doch sie kehrte nach Russland zurück.
Politkowskaja sprach schon 2003 offen darüber, wie sehr die ständige Gefahr ihr Leben bestimmte. Am 7. Oktober 2006 wurde sie in Moskau erschossen. Im Aufzug vor ihrer Wohnung trafen sie mehrere tödliche Schüsse.
Jahrelange Ermittlungen blieben ohne Aufklärung der Auftraggeber. Zwar wurden die unmittelbaren Täter verurteilt, doch die Frage nach den Hintermännern blieb offen. Der Mord an Politkowskaja galt als Zäsur und war ein schwerer Verlust für den russischen Journalismus.
