Algeriens Parlamentswahl: Wie viel Öffnung ist möglich?
Algerien wählt am Donnerstag ein neues Parlament. Präsident Abdelmadjid Tebboune stellt die Abstimmung als Schritt zur Erneuerung der politischen Institutionen dar. Viele Beobachter erwarten jedoch weder einen Machtwechsel noch eine grundlegende Öffnung des politischen Systems. Besonders im Blick steht die Wahlbeteiligung, nachdem sie 2021 laut offiziellen Angaben nur 23 Prozent betragen hatte.
Zur Wahl der 407 Abgeordneten des Unterhauses sind nach Angaben der Wahlbehörde ANIE rund 24,7 Millionen Menschen aufgerufen. Der Wahlkampf ist von vielen unabhängigen Kandidatinnen und Kandidaten geprägt. Zugleich wird die Rückkehr mehrerer Oppositionsparteien nach dem Boykott von 2021 unterschiedlich bewertet. Kritiker verweisen darauf, dass die eigentliche Macht weiter bei Präsidentschaft, Militär und Sicherheitsapparat liege.
Für Europa hat die Wahl auch außenpolitische Bedeutung. Algerien ist zu einem wichtigen Energiepartner geworden und spielt eine Rolle bei Migration und der Stabilisierung der Sahel Region.
