Kunsttheoretiker Bazon Brock über politische Extreme
Bazon Brock beschreibt Demokratie als rechtlich gebändigten Streit mündiger Bürger, in dem Freiheit nur durch Konkurrenz, Grenzen und Checks and Balances erhalten bleibt. Extremismus versteht er als Radikalisierung demokratischer, bürgerlicher oder kultureller Impulse. Erst wenn Machthaber jede Konkurrenz ausschalten wollen, werde er zur Gefahr für Demokratie und Macht.
Kunst und Avantgarde nehmen nach seiner Sicht dabei eine besondere Rolle ein. Sie machten Konfliktlinien, Brüche und Gegensätze sichtbar und zeigten, dass Schönes und Hässliches, Gelingen und Scheitern sowie Tradition und radikal Neues zusammengehören. Politische Extreme seien weniger durch ihre Programme als durch ihre Radikalität aus Programmlosigkeit geprägt.
Brock warnt vor grenzenloser Macht, die sich selbst zerstöre. Aus seiner Sicht müsse politische Macht deshalb institutionell begrenzt und durch Konkurrenz kontrolliert werden.
