Äthiopien und Eritrea: Kann Diplomatie den Krieg verhindern?
Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed hat eine Übergangsregierung für die nördliche Region Tigray angekündigt. Sie soll binnen sechs Monaten Regionalwahlen vorbereiten und die Stabilität wiederherstellen. Die Ankündigung folgt auf eine Militäroffensive der Volksbefreiungsfront von Tigray und weiterer bewaffneter Gruppen, die zurückgedrängt wurden und die Kontrolle über die Region verloren.
Die Lage in Tigray bleibt angespannt. Nach den Kämpfen wächst die Sorge vor einem erneuten Krieg wie zwischen 2020 und 2022. Damals wurden rund eine Million Menschen vertrieben, die Afrikanische Union schätzt zudem, dass etwa 600.000 Menschen durch Kampfhandlungen, Hungersnot und den Zusammenbruch der Gesundheitsversorgung starben.
Besonders belastet sind die Beziehungen zu Eritrea. Äthiopien wirft dem Nachbarland vor, Streitkräfte in Tigray zu unterstützen und auf äthiopischem Gebiet präsent zu sein. Eritrea weist das zurück. Die USA und Großbritannien fordern beide Staaten zu Zurückhaltung und neuen Gesprächen auf. Marco Rubio warnte vor einer möglichen Eskalation, Großbritannien sprach sich für Deeskalation und eine Rückkehr zum Dialog aus.
