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Wie Deutschland vom Auswandererland zum Einwandererland wurde

Deutschland hat sich historisch vom Auswandererland zum Einwanderungsland entwickelt. Über Jahrhunderte verließen Menschen ihre Heimat aus wirtschaftlicher Not, wegen Kriegen, politischer Verfolgung oder Diskriminierung. Auch viele Deutsche suchten im 19. Jahrhundert in Amerika ein besseres Leben. Insgesamt wanderten nach Angaben des Migrationsforschers Jochen Oltmer bis zum Ersten Weltkrieg rund 60 Millionen Europäer aus.

Im 20. Jahrhundert wurde Europa zunehmend Ziel von Zuwanderung. In der Bundesrepublik kamen ab 1956 zahlreiche sogenannte Gastarbeiter aus Südeuropa und der Türkei. Bis zum Anwerbestopp 1973 waren es rund 14 Millionen Menschen, etwa drei Millionen blieben dauerhaft. Heute hat mehr als 30 Prozent der Bevölkerung in Deutschland einen Migrationshintergrund. Oltmer betont, Migration sei kein modernes Sonderphänomen, sondern Teil der Menschheitsgeschichte. Die politische Debatte in Deutschland sei dennoch oft verzerrt, weil Asyl nur einen kleinen Teil der Zuwanderung ausmache.

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