Wer an den Ausschreitungen in Frankreich beteiligt war
Nach den gewaltsamen Ausschreitungen beim landesweiten Protesttag in Frankreich rückt die Frage nach den Beteiligten in den Fokus. Premierminister Sébastien Lecornu macht Aktivisten aus der linksextremen Szene für die Gewalt verantwortlich und spricht von einer methodisch und digital organisierten Vorgehensweise.
Die Pariser Staatsanwältin Laure Beccuau zeichnet jedoch ein differenzierteres Bild. Nach ihren Angaben seien für die Ausschreitungen in Paris zwei Gruppen verantwortlich gewesen: organisierte Randalierer mit politischem Ziel und weitere Personen, die das Chaos für Plünderungen genutzt hätten. Viele der Festgenommenen hätten sich im Polizeigewahrsam nicht zu ihren politischen Überzeugungen geäußert.
Beccuau verwies zudem auf Festnahmen von Verdächtigen, die aus Pariser Vororten wie Seine Saint Denis, Nanterre oder Créteil kamen. Justizminister Gérald Darmanin sagte, rund 95 Prozent der Plünderer seien Männer gewesen, etwa 70 Prozent der Festgenommenen Erwachsene. Insgesamt wurden rund 2.500 Menschen in Polizeigewahrsam genommen, knapp 150 sitzen bereits im Gefängnis.
