Ukraine Krieg: Wie Forensiker den Toten ihre Namen zurückgeben
Im Krieg in der Ukraine arbeiten Forensiker in Dnipro daran, Tote zu identifizieren und Angehörigen Gewissheit zu geben. Vor ihnen liegen oft nur Knochen, zerfetzte Überreste oder einzelne Fragmente. Der Gerichtsmediziner Ihor Tytartschuk beschreibt, dass viele der Toten jung sind und ihre Herkunft, ihr Alter oder ihr genauer Todeszeitpunkt zunächst unklar bleiben.
Seit Beginn des russischen Großangriffs im Februar 2022 ist die Identifizierung der Toten zu einer enormen Aufgabe geworden. Nach offiziellen ukrainischen Angaben konnten im vergangenen Jahr rund 30000 Fälle geklärt werden. Mehr als 114000 Menschen gelten nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums im Juli 2026 als vermisst. Darunter sind vor allem Soldaten, aber auch Zivilisten.
Für die Forensiker ist die Arbeit auch emotional belastend. Sie suchen nach Tätowierungen, Narben, Zähnen, Kleidung und DNA Spuren. Auch Angehörige stehen unter großem Druck, weil viele lange hoffen, dass vermisste Familienmitglieder noch leben.
