Trinkwasser in Deutschland: Grundrecht oder Ware?
Der Zugang zu sauberem Trinkwasser gilt seit 2010 als Menschenrecht der Vereinten Nationen. In Deutschland wird Wasser trotz wachsender Knappheit weiter als Gemeingut behandelt. Zugleich sinkt seit einigen Jahren der Grundwasserpegel, während der Klimawandel die Verfügbarkeit von Trinkwasser zusätzlich belastet.
Die heutigen Wasserrechte gehen teilweise auf Regelungen aus dem Mittelalter zurück. Im 19. Jahrhundert übernahmen Städte und Gemeinden zunehmend die Versorgung, weil immer mehr Menschen in die Städte zogen. Das westdeutsche Wasserhaushaltsgesetz von 1960 bekräftigte später, dass Grundwasser nicht eigentumsfähig ist.
Mit der Privatisierung in einigen Ländern geriet die Wasserwirtschaft auch in Deutschland stärker in den Fokus. In Berlin führten private Anteile an den Wasserbetrieben zu höheren Preisen, bevor das Land die Anteile 2013 zurückkaufte. Heute steht auch die Verteilung des Wassers im Zentrum, weil große Mengen über eigene Brunnen von Unternehmen und Landwirten entnommen werden, während Haushalte über das Leitungsnetz zahlen müssen.
