Tierhaltungskennzeichnung sagt wenig über das Tierwohl aus
Ab März 2026 muss Schweinefleisch aus deutscher Produktion mit Angaben zur Haltungsform gekennzeichnet werden. Die staatliche Kennzeichnung soll zunächst nur für Schweine gelten, später aber auf weitere Tierarten, verarbeitete Produkte und die Gastronomie ausgeweitet werden.
Verbraucherschützer und Tierschützer sehen darin mehr Transparenz, warnen aber davor, die Aussagekraft zu hoch einzuschätzen. Die Einstufung erfasse vor allem Platz, Stall und Auslauf, bilde das Tierwohl aber nur unvollständig ab. Verhalten, Rasse, Aufzucht, Transport und Schlachtung spielten keine Rolle. Auch die Vielzahl freiwilliger Siegel sorgt aus Sicht des Verbraucherzentrale Bundesverbands weiter für Verwirrung.
Die Kennzeichnung umfasst fünf Haltungsformen von Stall bis Bio. Nach Angaben aus einer Forsa Umfrage kennen mehr als 80 Prozent der Verbraucher dieses System. Kritiker bemängeln jedoch, dass Hersteller zwar kennzeichnen können, es aber nicht müssen. Union und SPD verschieben die Einführung zudem vom 1. August 2025 auf den 1. März 2026 und wollen die Regeln noch ändern.
