Taliban verschärfen zur Machterhaltung die Kontrolle über Frauen
Die Taliban haben in Herat nach Angaben der UN Unterstützungsmission in Afghanistan mindestens 30 Frauen festgenommen, weil sie angeblich gegen die Kleiderordnung verstoßen hätten. Das Tragen der Burka ist in der Öffentlichkeit Pflicht. Die Festnahmen führten im Bezirk Injil zu seltenen Protesten. Nach Angaben von UNAMA und Menschenrechtsgruppen reagierten die Taliban mit Gewalt auf Demonstrierende. Dabei wurden mindestens zwei Menschen getötet, darunter ein Kind, mehr als zwanzig weitere wurden verletzt.
Frauenrechtsaktivistinnen werfen den Taliban systematische Unterdrückung vor. Sie sehen in den Festnahmen ein Zeichen dafür, dass Frauen für ihre Selbstbestimmung bestraft würden. Die Taliban führen ihre Regeln als islamisch und kulturell angemessen an. Seit ihrer Rückkehr an die Macht kontrollieren sie staatliche Institutionen, Sicherheitsapparat und weite Teile des öffentlichen Lebens. Mädchen dürfen keine weiterführenden Schulen und Universitäten besuchen, Frauen sind von vielen Berufen, öffentlichen Räumen und dem freien Reisen ohne männlichen Begleiter ausgeschlossen.
