Staatsprojekt Fußball: Warum Marokko auf die WM 2030 setzt
Marokko setzt große Erwartungen in die Fußball WM 2030, die das Land gemeinsam mit Spanien und Portugal ausrichten wird. Für das Königreich ist das Turnier weit mehr als ein Sportereignis. Es soll die Modernisierung vorantreiben, internationale Sichtbarkeit schaffen und Investitionen anziehen.
Dafür investiert Marokko Milliarden in Stadien, Flughäfen, Bahnlinien und Straßen. Die WM gilt auch als Prestigeprojekt von König Mohammed VI. und als Teil eines umfassenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturwandels. Zugleich verweisen Experten darauf, dass das Land bei der Landwirtschaft unter dem Klimawandel und unter Dürre leidet und stärker auf Industrie, Dienstleistungen und Tourismus setzt.
Die Pläne sind umstritten. Im vergangenen Jahr protestierten Mitglieder der Generation Z gegen die WM Vorhaben, weil sie mehr Geld für Bildung und Gesundheit forderten. Hinzu kommen soziale Kosten durch Umsiedlungen und Abrisse sowie ökologische Probleme, vor allem Wasserknappheit. Besonders das geplante Hassan II. Stadion nahe Casablanca steht wegen seiner Größe und langfristigen Auslastung im Fokus.
