Reisners Blick auf die Front: Im Moment stehen alle Zeichen auf Sturm
Der Militäranalyst Markus Reisner sieht die Lage in der Ukraine nach den jüngsten russischen Angriffen deutlich verschärft. Russland setze zunehmend auf neue Drohnentypen, die für die ukrainische Armee schwer abzufangen seien, und greife damit neben der Stromversorgung auch andere Teile der kritischen Infrastruktur an. Ziel sei es, die Moral der Bevölkerung zu brechen.
Reisner zufolge habe die Ukraine mit Abfangdrohnen zwar große Erfolge gegen ältere russische Drohnen erzielt, könne mit der raschen Entwicklung neuer Systeme aber kaum Schritt halten. Hinzu komme ein Mangel an Munition für das Patriot System. Für die Ukraine stehe deshalb ein schwieriger Winter bevor.
Auch politische Signale aus Russland bewertet Reisner als bedrohlich. Er sieht derzeit keine Bereitschaft zu Kompromissen und rechnet mit weiterer Eskalation. Zugleich hält er Angriffe auf Abschussrampen, Depots und Werkstätten russischer Drohnen für strategisch sinnvoll, da sich viele dieser Ziele in besetzten Gebieten und im Grenzraum befänden. Europa könne die Ukraine zwar unterstützen, verfüge aber nur über begrenzte Bestände an Abfangraketen und Sprengstoff.
