Reformdebatte: Hat Schwarz Rot die Jugend noch im Blick?
Kanzler Friedrich Merz wirbt für Zuversicht und verspricht der jungen Generation eine gute Zukunft. Viele junge Menschen fühlen sich dennoch von der Politik nicht ausreichend gehört und sehen die geplanten Reformen kritisch.
Besonders deutlich wird der Konflikt beim Thema Rente. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, spricht von unverantwortlichen Lasten für Jüngere und kritisiert, dass die Bundesregierung frühere Regeln ausgehebelt habe. Neben der Rentenpolitik sorgen auch die geplante Frühstartrente, Unsicherheit beim BAföG, mögliche Kürzungen beim Elterngeld und die Pflegereform für Verunsicherung. Junge Menschen und Familien gelten zugleich als Gruppen mit geringer politischer Durchsetzungskraft.
Generationenforscher Jörg Tremmel verweist auf das Ungleichgewicht zwischen den Altersgruppen in der Gesellschaft und im Parlament. Die Jugendorganisationen von Union und SPD setzen unterschiedliche Schwerpunkte bei der Frage der Generationengerechtigkeit. Bis Ende Juni soll eine Expertenkommission Vorschläge vorlegen, danach wird ein Kompromiss bei den anstehenden Reformen erwartet.
