Raketenopfer in der Ukraine: War der tödliche Juli erst der Anfang?
Der Juli war für ukrainische Zivilisten nach Angaben der UN Mission für Menschenrechte in Kiew der tödlichste Monat seit Beginn der russischen Vollinvasion. In der ukrainischen Hauptstadt kam es zu elf Luftangriffswellen, bei denen ballistische Raketen einschlugen. Die Vereinten Nationen zählten im Juli 437 getötete Zivilisten, deutlich mehr als im Monat zuvor. Auch die Konfliktdatenbank ACLED kommt auf höhere Opferzahlen.
Nach ukrainischen Erkenntnissen richtet Russland seine Raketenproduktion zunehmend auf ballistische Waffen aus. Im April seien noch rund 60 ballistische oder Hyperschallraketen gegen die Ukraine eingesetzt worden, im Juli bereits fast 200. Die Ukraine verfügt nach Darstellung des Berichts nur über begrenzte Abwehrmöglichkeiten, weil es an Patriot Munition fehlt. Ohne diese Munition könnten die russischen Raketen ihre Ziele in vielen Fällen treffen, darunter zivile Objekte, militärisch wichtige Anlagen und Infrastruktur.
Gleichzeitig arbeitet die Ukraine an eigenen Abwehrsystemen. Das Kiewer Start up Fire Point entwickelt mit Freyja eine günstigere Alternative zum Patriot System. Präsident Wolodymyr Selenskyj strebt an, dass das System binnen 12 Monaten einsatzreif wird.
