Rassistische Unruhen in Belfast: Gewalt weckt düstere Erinnerungen
In Belfast kam es in der zweiten Nacht in Folge zu Randalen, bei denen Fahrzeuge brannten und Barrikaden errichtet wurden. Das Ausmaß blieb zwar hinter den Ausschreitungen der vorherigen Nacht zurück, doch unter Menschen mit Migrationshintergrund bleibt die Angst groß. In sozialen Netzwerken kursierten Medienberichten zufolge Listen mit angeblichen Adressen von Migranten.
Mehrere Bewohner fühlten sich an die Zeit der Troubles erinnert, als in Nordirland über Jahre heftige Unruhen herrschten. Polizeichef Jon Boutcher schloss eine Beteiligung paramilitärischer Strukturen nicht aus und verwies auf laufende Ermittlungen.
Nach Einschätzung von Fachleuten nutzen rechte Akteure und rechtsextreme Influencer gezielt einzelne Ereignisse, um Gewalt anzuheizen. Nordirlands Minister Hilary Benn forderte von den Betreibern sozialer Netzwerke mehr Verantwortung und kündigte neue Vorschläge an, um hetzerische Inhalte in Krisen zu entfernen. Für Samstag ist in Belfast eine Solidaritätskundgebung unter dem Motto Gemeinsam gegen Hass geplant.
