Prekäre Zukunft: Zusammenhalt in Zeiten der Verluste
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Prekäre Zukunft: Zusammenhalt in Zeiten der Verluste

Gesellschaften wie die deutsche müssen sich nach Einschätzung von Jens Beckert auf zunehmende Verluste einstellen. Der Soziologe sieht darin vor allem den Verlust der Vorstellung einer besseren Zukunft, die das Leben in der Moderne lange geprägt habe. Besonders deutlich werde das am Klimawandel, der die Gewissheit eines verlässlichen Fortschritts untergrabe.

Beckert verweist auf die wachsende Zahl und Schwere von Naturkatastrophen, die zu erheblichen materiellen und sozialen Schäden führen. Zugleich steigerten Klimarisiken Kosten und Unsicherheiten, etwa durch höhere Versicherungsprämien oder die Gefährdung von Immobilienwerten. Auch Maßnahmen gegen den Klimawandel könnten Verluste auslösen, weil sie etablierte Geschäftsmodelle und Konsumformen infrage stellten.

Der Autor hält die Fortschrittserzählung für brüchig, weil wirtschaftliches Wachstum die natürlichen Lebensgrundlagen weiter belaste. Gleichzeitig warnt er vor zunehmenden Verteilungskonflikten und sozialer Spaltung. Als Antwort plädiert er dafür, den sozialen Zusammenhalt im lokalen Umfeld zu stärken und Verluste so zu organisieren, dass sie von allen mitgetragen werden.

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