|

Pakistan und die Taliban: Das Ende einer Allianz

Pakistan hat in der Nacht zum 1. Oktober Ziele in Afghanistan angegriffen. Über die Opferzahlen gibt es widersprüchliche Angaben: Die afghanischen Taliban sprechen von neun bis zehn getöteten Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, Pakistan von 22 getöteten Militanten sowie zerstörten Waffen und Munitionslagern. Die Angriffe gelten als vorläufiger Höhepunkt einer Eskalation, die Mitte September nach fast drei Monaten relativer Ruhe wieder aufgeflammt war.

Auslöser waren schwere Anschläge auf pakistanische Sicherheitskräfte. Am 18. September wurden bei einem Angriff auf einen Polizeikomplex in Kohat 31 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt. Pakistan macht Afghanistan erneut dafür verantwortlich, der Tehrik i Taliban Pakistan Rückzugsräume zu bieten, Kabul weist das zurück. Es folgten Luftangriffe und Grenzgefechte.

Der Konflikt wird auch durch die Durand Linie, die Rivalität mit Indien und die wirtschaftliche Abhängigkeit Afghanistans von Transitwegen über Pakistan geprägt. Beide Seiten werfen einander vor, bewaffnete Gruppen zu unterstützen. Experten sehen darin eine deutliche Eskalation, halten eine Einhegung des Konflikts durch neue Verhandlungen aber weiterhin für möglich.

Zur Originalmeldung

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert