Organspende: Argumente für und gegen die Widerspruchslösung
Im Bundestag werden heute drei Vorschläge zur Organspende debattiert, darunter die umstrittene Widerspruchslösung. In Deutschland gilt bislang die Zustimmungslösung: Wer nach einem Hirntod Organe spenden will, muss das zu Lebzeiten festhalten, etwa im Organspendeausweis oder im Register.
Befürworter der Widerspruchslösung verweisen auf den großen Organmangel. 2025 spendeten in Deutschland 985 Menschen ein oder mehrere Organe, 8.199 Menschen standen auf der Warteliste. Nach ihrer Ansicht würde die Regelung die Versorgung Schwerkranker verbessern, mehr Rechtssicherheit schaffen und Angehörige entlasten. Kritiker halten dagegen, dass die Selbstbestimmung gewahrt bleiben müsse und Schweigen nicht als Zustimmung gelten dürfe.
Eine weitere Gruppe will die bisherige Regelung beibehalten und stärker über Organspende informieren. Wissenschaftlich ist zudem nicht eindeutig belegt, dass die Widerspruchslösung die Zahl der Spenden deutlich erhöht. Studien aus mehreren Ländern kommen nur zu einem geringen oder keinem klaren Effekt.
