Nobelpreisträgerin Pillay steht für die multilaterale Ordnung
Mit dem Friedensnobelpreis für Navanethem Pillay würdigt das norwegische Nobelkomitee nicht nur ihr persönliches Engagement, sondern auch die multilaterale Ordnung und das Völkerrecht. Pillay steht für die Idee, dass internationales Recht Vorrang vor dem Recht des Stärkeren haben soll.
Die Südafrikanerin war unter anderem Richterin am Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda, am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag sowie am Internationalen Gerichtshof. Zudem war sie Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte und leitete bis vor kurzem eine UN Untersuchungskommission für die besetzten Palästinensischen Gebiete. Am Internationalen Gerichtshof sitzt sie derzeit einem Verfahren vor, in dem Myanmar des Völkermords beschuldigt wird.
Die Auszeichnung fällt in eine Phase, in der internationale Gerichte und Organisationen unter Druck stehen. Die USA haben den Internationalen Strafgerichtshof zuletzt erneut sanktioniert. Auch andere Staaten erkennen das Gericht nicht an. Das Nobelkomitee bezeichnet internationales Recht dennoch als Fundament für eine friedlichere Welt.
