|

Nach Mladic Beisetzung: Serbien in die EU?

Die staatlich unterstützte Beisetzung von Ratko Mladic in Belgrad hat in Brüssel neue Zweifel am EU Kurs Serbiens ausgelöst. Der wegen Kriegsverbrechen verurteilte ehemalige General wurde mit militärischen Ehren beigesetzt, während Vertreter der Regierung anwesend waren. Präsident Aleksandar Vucic blieb der Zeremonie fern, verteidigte aber die öffentliche Trauer.

EU Vertreter reagierten ungewöhnlich scharf. Ursula von der Leyen nannte die Bilder schockierend, Antonio Costa verurteilte die Glorifizierung von Kriegsverbrechern, und Marta Kos sagte einen Besuch in Serbien ab. Fachleute sehen darin ein weiteres Zeichen dafür, dass der Beitrittsprozess Serbiens an Dynamik verloren hat. Sie kritisieren auch, dass Belgrad sich nicht an EU Sanktionen gegen Russland beteiligt und demokratische Standards unter Vucic weiter gesunken seien.

Zugleich bleibt die EU Serbiens wichtigster Handelspartner, Investor und Geldgeber. Vor den vorgezogenen Parlamentswahlen am 25. Oktober erwarten die Experten jedoch keine grundlegende Wende. Eine Aussöhnung im Westbalkan sehen sie weiter in großer Ferne.

Zur Originalmeldung

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert