Morde in Südafrika: Beginn einer neuen Gewaltwelle?
Mehrere schwere Gewalttaten haben in Südafrika die Sorge vor einer neuen Gewaltwelle verstärkt. Ende September wurden im Township Dunoon bei Kapstadt zwei Ladenbesitzer bei einem Überfall erschossen. Zuvor hatten Bewaffnete in Wedela bei Johannesburg 18 Menschen und in Lwandle bei Kapstadt zehn Menschen getötet. Anfang September kamen bei einer Massenschießerei nahe Durban elf Menschen ums Leben.
Die Mordrate ist zwar zuletzt um 5,9 Prozent gesunken, dennoch werden im Land weiterhin täglich etwa 60 Menschen getötet. Fachleute verweisen auf eine Kultur der Angst, die sich besonders in armen Stadtgebieten und in Gegenden mit starker Bandenkriminalität ausgebreitet habe. Auch ausländerfeindliche Gewalt spielt nach Einschätzung von Experten eine Rolle. In den vergangenen 20 Jahren sollen mindestens 350 ausländische Staatsangehörige getötet worden sein.
Hinzu kommen geschlechtsspezifische Gewalt, ein tiefes Misstrauen in die Polizei und anhaltende soziale Probleme. Nur 22 Prozent der Bevölkerung vertrauen den Sicherheitsbehörden. Fast die Hälfte der Südafrikanerinnen und Südafrikaner unter 34 Jahren ist arbeitslos. In fünf Wochen stehen Kommunalwahlen an, die als wichtiger Stimmungstest gelten.
