Missbrauchsvorwürfe: IStGH setzt Chefankläger Khan vorläufig außer Dienst
Der Internationale Strafgerichtshof hat Chefankläger Karim Khan wegen des Verdachts sexueller Übergriffe mit sofortiger Wirkung suspendiert. Über eine mögliche Amtsenthebung sollen die Vertragsstaaten in einer Sondersitzung entscheiden.
Khan war seit Mai 2025 wegen der Vorwürfe bereits nicht mehr im Amt und hatte zuletzt wieder öffentlich Auftritte wahrgenommen. Die Anschuldigungen gegen den britischen Juristen waren im Frühjahr 2024 bekanntgeworden. Eine enge Mitarbeiterin wirft ihm vor, sie mehrfach bedrängt und zu sexuellen Handlungen gezwungen zu haben. Khan bestreitet die Vorwürfe.
Die interne UN Aufsichtsstelle hatte die Vorwürfe untersucht. Ein dafür eingesetztes dreiköpfiges Richtergremium legte anschließend ein Rechtsgutachten vor. Nach Angaben des Guardian kam es zu dem Ergebnis, dass Khan kein Fehlverhalten vorzuwerfen sei. Trotzdem stuften die Vertragsstaaten die Vorwürfe als hinreichend schwer ein, um eine Suspendierung zu rechtfertigen. Khan ist seit 2021 Chefankläger des Gerichts.
