Marokkos Jugend sieht im eigenen Land keine Perspektive
Marokko erlebt zwar einen Wirtschaftsboom, doch viele junge Menschen sehen für sich im Land keine Zukunft. Vor allem an der Grenze zur spanischen Exklave Ceuta zeigte sich zuletzt, wie groß der Wunsch nach Auswanderung ist. Der 25 Jahre alte Hamza versuchte dort, hinüberzuschwimmen, und will es erneut versuchen. Auch andere junge Marokkaner hoffen auf ein Leben in Europa und bessere Chancen.
Als Gründe nennen viele niedrige Löhne, Korruption, mangelnde Gesundheitsversorgung und fehlende Aussichten auf bessere Lebensumstände. Zugleich verweist die Soziologin Soumaya Naamane Guessous darauf, dass es auch einen allgemeinen Wunsch gebe, die Welt zu sehen und anders zu leben. Die Influencerin Soumaya Fikri sieht zudem eine wachsende Kluft zwischen Staat und junger Generation.
Vor den Parlamentswahlen im September rechnet sie mit viel Distanz zur Politik. Das Misstrauen wachse auch wegen Verhaftungen und der eingeschränkten Meinungs und Pressefreiheit. Bei dem Massenandrang nach Gerüchten über offene Grenzen in Ceuta kamen mehr als 80 Menschen ums Leben.
