Macron lehnt Rücktritt von Frankreichs Innenminister ab
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hält trotz heftiger Kritik an Innenminister Laurent Nuñez fest. Nuñez hatte nach den schweren Ausschreitungen am Wochenende seinen Rücktritt angeboten und die Verantwortung für Versäumnisse der Sicherheitskräfte übernommen. Macron lehnte dies mit dem Hinweis auf die nötige kontinuierliche Führung der Ordnungskräfte ab und beauftragte den Minister zugleich, Fehler bei der Vorbereitung der Polizeieinsätze und der Informationsbeschaffung aufzuklären.
Die Unruhen hatten am Wochenende landesweit zu massiver Gewalt geführt. Nach Angaben von Justizminister Gérald Darmanin wurden 2331 Menschen in Polizeigewahrsam genommen, mehr als 80 Prozent von ihnen sollen strafrechtlich verfolgt werden. Allein in Paris gab es weitere Festnahmen, zudem wurden dort 997 Polizisten und andere Sicherheitskräfte verletzt, sieben von ihnen schwer. In Limoges wurde das historische Rathaus bei einem Brandanschlag weitgehend zerstört. Die wirtschaftlichen Schäden werden auf Hunderte Millionen Euro geschätzt.
