Krieg in Nahost: Immer mehr Israelis verlassen ihr Land
Immer mehr Menschen verlassen Israel, inzwischen übersteigt die Zahl der Wegzüge die der Zuzüge. Im vergangenen Jahr waren es etwa 90.000 Menschen. Zu den Gründen zählen die Sicherheitslage, hohe Lebenshaltungskosten und Unzufriedenheit mit der Regierung von Benjamin Netanjahu, die von rechtsradikalen und ultraorthodoxen Parteien getragen wird.
Ein Teil der Auswanderer sorgt sich vor allem über den wachsenden Einfluss ultraorthodoxer Kräfte. Noah Avgar will mit seiner Familie nach Zypern ziehen, weil er befürchtet, dass Israel sich stärker zu einem religiös geprägten Staat entwickelt. Auch der Softwareentwickler Gary denkt über einen Weggang nach und sieht langfristig kaum noch Perspektiven.
Nach einer Auswertung der Universität Tel Aviv ist die Zahl der Menschen, die Israel jährlich verlassen, im Vergleich zum Durchschnitt vor einem Jahrzehnt um etwa 50 Prozent gestiegen. Besonders häufig gehen gut ausgebildete Israelis, darunter Ärzte, Ingenieure und Beschäftigte aus der Tech Industrie. Experten sehen darin ein Risiko für die wirtschaftliche Stärke und die Zukunft des Landes.
