Krawalle in Frankreich: Regierung räumt Kontrollverlust der Behörden ein
Nach den schweren Ausschreitungen in Frankreich sieht Justizminister Gérald Darmanin Schwächen im Sicherheitsapparat. Die Behörden seien zwar gut gegen Terroristen und organisierte Kriminalität vorgegangen, nicht aber gegen linksextreme Demonstranten. Das Innenministerium machte vor allem die ultralinke Szene für die Eskalation am Wochenende verantwortlich.
Landesweit wurden laut Justizministerium 2331 Menschen in Polizeigewahrsam genommen, davon allein 350 in Paris am Sonntag und in der Nacht zum Montag. Gegen mehr als 80 Prozent von ihnen wird strafrechtlich vorgegangen. Bei den Krawallen wurden Geschäfte geplündert, Gebäude und Fahrzeuge in Brand gesetzt und Straßenschlachten mit der Polizei geliefert.
Innenminister Laurent Nuñez bot nach den Vorfällen seinen Rücktritt an, Präsident Emmanuel Macron lehnte dies jedoch ab. Nuñez räumte ein, dass die Zahl der Teilnehmer unterschätzt worden sei und die Polizei in manchen Städten die Kontrolle verloren habe. Macron forderte neue Konzepte gegen Plünderer, während Parlamentspräsidentin Yaël Braun Pivet einen Untersuchungsausschuss vorschlug.
