KI und Politikerreden: Wie viel künstliche Intelligenz ist okay?
Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt steht unter dem Verdacht, mehrere Reden und Gastbeiträge mithilfe von KI verfasst zu haben. Eine Recherche des Portals Frag den Staat hatte das ergeben. Auch Bundesdigitalminister Karsten Wildberger wird ähnliches vorgeworfen. Die thüringische Staatskanzlei bestätigte den Einsatz von KI Werkzeugen bei der Erstellung von Reden, Texten und Beiträgen und verwies auf ein zeitgemäßes Arbeitsmittel. Eine Kennzeichnungspflicht gebe es nicht.
Nach einer ZDF Umfrage nutzen die meisten Ministerpräsidenten und ihre Mitarbeiter KI Werkzeuge im Alltag, etwa für Recherche, Strukturierung oder Rechtschreibprüfung. Eine vollständige Erzeugung von Beiträgen durch KI wird dabei nicht eingeräumt. Politikberater Johannes Hillje sieht vor allem die Frage, wie KI in der politischen Kommunikation eingesetzt wird.
Mehrere Medien reagierten kritisch. Die FAZ nahm Voigts Gastbeitrag offline, das Handelsblatt löschte Wildbergers Kommentar. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner spricht sich dafür aus, den Einsatz von KI bei Texten und Reden zu kennzeichnen. Experten warnen, dass KI generierte Inhalte die Glaubwürdigkeit von Politikern und das Vertrauen in die Politik beschädigen könnten.
