Kanzler Merz, die Kritik und die Kunst des Brückenbauens
Bundeskanzler Friedrich Merz hat nach Einschätzung von Wahlforschern und Rhetorikexperten derzeit ungewöhnlich schlechte persönliche Werte. Nie zuvor hatte ein amtierender Regierungschef in Deutschland schlechtere Umfragewerte. Nur noch ein kleiner Teil der Bevölkerung zeigt sich mit seiner Regierungsarbeit zufrieden.
Stefan Merz von Infratest dimap beschreibt den Absturz als schneller als bei früheren Regierungschefs. Er verweist auf Konflikte in der Koalition, darunter Streit über Migration, die Rentenreform und die Auseinandersetzung mit Arbeitsministerin Bärbel Bas. Aus seiner Sicht geht es dabei nicht nur um den Kanzler selbst, sondern um das Gesamtbild der Bundesregierung.
Der Rhetorikprofessor Olaf Kramer kritisiert zudem eine gewisse Unprofessionalität in Merz’ Kommunikation. Er verweist auf die umstrittene Stadtbild Äußerung und warnt vor Formulierungen, die uneindeutig bleiben und Assoziationen zulassen. Zugleich hält Stefan Merz eine Wende für möglich, wenn die Bundesregierung effektiver und geräuschloser arbeitet und den Eindruck vermittelt, dass es in die richtige Richtung geht.
