Islands EU Referendum trifft auf ein gespaltenes Land
Island stimmt am 29. August über die Wiederaufnahme von EU Beitrittsverhandlungen ab. Sollte es dazu kommen, soll eine zweite Volksabstimmung den eigentlichen Beitrittswillen klären. Die Regierung hatte das Referendum ursprünglich erst für 2027 geplant, zog es aber wegen neuer geopolitischer Entwicklungen vor.
In dem politisch gespaltenen Land hat die Debatte zuletzt an Dynamik verloren. Umfragen zeigen ein enges Bild: Eine Befragung sieht eine knappe Mehrheit für die Fortsetzung der Gespräche, eine andere eine knappe Mehrheit gegen einen EU Beitritt. Die Regierung verweist auf die geopolitische Lage, Gegner warnen vor einem Verlust nationaler Souveränität, besonders in der Fischerei.
Die Fischereipolitik bleibt der zentrale Streitpunkt. Island ist zwar Teil von EFTA, EWR und Schengen, eine Vollmitgliedschaft scheiterte bislang aber vor allem an den Folgen der gemeinsamen EU Fischereipolitik. Zugleich wächst in Island die Distanz zu den USA, nachdem Donald Trump mit Ansprüchen auf Grönland und mit Strafzöllen für zusätzliche Spannungen gesorgt hatte.
