|

Islamismus in Deutschland: Wie Aussteigerprogramme wirken

Nach dem tödlichen Angriff auf den Christopher Street Day in Berlin ist in Deutschland eine Debatte über Konsequenzen entbrannt. Der mutmaßliche Attentäter Abdul B. war im Juni und Juli bereits zu zwei Vorgesprächen bei einem Deradikalisierungsprogramm in Berlin. Ausstiegshelfer gehen davon aus, dass er sich nicht ernsthaft von der islamistischen Szene lösen wollte und daher wohl nicht in das Programm aufgenommen worden wäre.

Fachleute betonen, dass Deradikalisierung ein langwieriger Prozess ist. Das Aussteigerprogramm Islamismus in Nordrhein Westfalen begleitet seit 2014 Menschen, die sich von ihrem islamistischen Umfeld lösen wollen. Nach Angaben aus dem Umfeld der Beratung sind die Klientinnen und Klienten in den vergangenen zwei Jahren deutlich jünger geworden. Radikalisierung geschehe heute oft über digitale Medien, die als Verstärker wirkten.

Vertreter von Präventionsnetzwerken warnen zugleich vor Kürzungen. In Deutschland arbeiten 40 Vereine und Initiativen im Bereich religiös begründeter Extremismus zusammen. Nach ihrer Einschätzung bleibt das Problem des radikalen Islamismus groß, besonders unter jungen Männern, zugleich radikalisierten sich auch mehr junge Frauen.

Zur Originalmeldung

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert