Gewalt in Haiti: Guterres bittet um Verzeihung für die Untätigkeit der Welt
UN Generalsekretär António Guterres hat in Haiti um Verzeihung für das internationale Versagen bei der Bekämpfung der Bandengewalt gebeten. Bei einem Besuch in einer Schule in Port au Prince, die mehr als 1250 Geflüchtete beherbergt, sprach er mit Frauen, die vor der Gewalt geflohen sind. Er sagte, er sei nicht in der Lage gewesen, die internationale Gemeinschaft zu mobilisieren.
Nach UN Angaben kontrollieren kriminelle Banden in Haiti inzwischen 90 Prozent des Landes. Der UN Menschenrechtskommissar Volker Türk nannte am Montag für dieses Jahr 2300 Tote, 1100 Verletzte und 99 Entführungen durch die Bandengewalt. Guterres bezeichnete die Lage als Kampf ums Überleben und sagte, Frauen und Kinder zahlten den höchsten Preis.
Sein eintägiger Besuch fiel auf einen Angriff im Küstenviertel Cité Soleil am vergangenen Wochenende, bei dem nach Angaben einer lokalen Menschenrechtsorganisation mehr als 30 Menschen getötet, verletzt oder verschleppt wurden. Haiti gilt als eines der ärmsten Länder der Welt, etwa die Hälfte der Bevölkerung ist nach UN Angaben von Hunger bedroht.
