Gewalt als Dienstleistung: Explosionen auf Bestellung, wie Banden im Netz Täter anwerben
Kriminelle Banden rekrutieren über Gaming Plattformen und Messengerdienste gezielt Menschen für Sprengstoffanschläge, Schüsse und Brandattacken. Dieses Geschäftsmodell, das als Gewalt als Dienstleistung bezeichnet wird, macht oft unerfahrene Rekruten zu Straftätern. Hessen setzt im Kampf dagegen auf mehr Ermittlungen gegen die Hintermänner und hat dafür eine eigene Taskforce im Landeskriminalamt aufgebaut.
Nach Angaben von Innenminister Roman Poseck und der Chefermittlerin Uta Prenzel richtet sich diese Form der Kriminalität meist gegen Personen aus dem Umfeld der Organisierten Kriminalität. Zugleich bleibt sie gefährlich, weil Unbeteiligte zu Schaden kommen können. Prenzel geht davon aus, dass Hessen noch länger mit dem Phänomen zu tun haben wird.
Die Ermittler sehen Parallelen zu den früheren Geldautomatensprengungen, deren Zahl in Hessen deutlich gesunken ist. Im Rhein Main Gebiet gab es zuletzt wieder Anschläge mit mutmaßlichem Bezug zu dieser Form der Kriminalität. Viele Täter würden über soziale Kontakte oder online angeworben, handelten aus Geltungssucht oder für Geld und wüssten oft nicht genau, was sie erwartet.
