Gekaufte Loyalität: Söldner und Überläufer im Sudan
Im Sudan haben in den vergangenen Wochen mehrere hochrangige Kommandeure der Rapid Support Forces die Seiten gewechselt und sich der Armee von Abdel Fattah al Burhan angeschlossen. Zu den Überläufern zählen Al Nour Ahmed Adam, bekannt als Al Nour Al Qubba, sowie Ali Rizq Allah, auch Al Savannah genannt. Human Rights Watch prüfte Videos, die beide während der Belagerung von Al Faschir zeigen sollen.
Die Organisation dokumentierte dort schwere Verbrechen der RSF gegen Zivilisten während der Einnahme der Stadt im Oktober 2025. Der Konflikt hat das Land in Einflusszonen gespalten, wobei die Armee Khartum, Port Sudan und große Teile des Ostens und Zentrums kontrolliert, während die RSF weite Gebiete im Westen hält.
Human Rights Watch sieht in den Übertritten keinen Freifahrtschein für Straffreiheit. Zugleich verweist die Organisation auf Vorwürfe gegen die Vereinigten Arabischen Emirate, die die RSF mit Waffen, Unterstützung und nach Recherchen auch mit angeworbenen kolumbianischen Kämpfern versorgt haben sollen. Die Emirate weisen die Vorwürfe zurück. Nach Angaben von Hilfsorganisationen sind rund zwölf Millionen Menschen auf der Flucht, knapp 20 Millionen leiden unter akuter Ernährungsunsicherheit.
