Frau Bär, warum kämpfen Sie nicht für die Studierenden?
Viele Studierende in Deutschland arbeiten neben dem Studium, weil sie sich ihre Ausbildung sonst kaum leisten können. Das sorgt derzeit für Kritik an Bundesforschungsministerin Dorothee Bär. Sie hatte die geplante BAföG Reform zurückgestellt und erklärt, Studierende seien privilegiert, ein Job neben dem Studium sei kein Drama.
Wiebke Jaeger von der Universität Bonn arbeitet zwölf Stunden pro Woche in einem Nebenjob und unterstützt junge Geflüchtete bei Anträgen. Auch Vasco Silver, der BAföG erhält, muss neben dem Studium jobben. Beide verweisen auf steigende Lebenshaltungskosten, hohe Mieten und lange Bearbeitungszeiten bei der Förderung.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind mehr als ein Drittel der Studierenden armutsgefährdet. Die Union und die SPD hatten vereinbart, die Wohnkostenpauschale zum kommenden Wintersemester anzuheben und die Bedarfssätze ab 2027 schrittweise zu erhöhen. Ob die Reform kommt, ist offen. Die SPD pocht auf die Vereinbarungen im Koalitionsvertrag, während Die Linke einen Antrag für ein BAföG als Vollzuschuss eingebracht hat.
