Frankreich nach den Krawallen: Auswirkungen auf den Wahlkampf
Die friedlichen Massendemonstrationen in Frankreich sind von gewalttätigen Ausschreitungen überschattet worden. In Limoges wurde das Rathaus in Brand gesetzt, auch in Lille, Montpellier, Bordeaux, Lyon und Paris kam es zu Gewalt, brennenden Autos und Plünderungen. Allein in Paris nahm die Polizei mehr als 850 Menschen fest.
Zu den Protesten hatten Gelbwesten, Gewerkschaften, Schülerinnen und Schüler, Studierende, Landwirte und weitere Organisationen aufgerufen. Sie protestierten gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem und forderten unter anderem mehr Investitionen in Bildung und Gesundheit, bezahlbare Wohnungen und mehr Klimaschutz. Nach Regierungsangaben beteiligten sich rund 550000 Menschen, die Organisatoren sprachen von rund 800000.
Präsident Emmanuel Macron verurteilte die Gewalt scharf und kündigte eine rigorose Strafverfolgung an. Die Proteste fallen in eine Phase hoher politischer Spannung vor der Präsidentschaftswahl, bei der Macron nicht mehr antreten kann. In Umfragen liegen Marine Le Pen und Jean Luc Mélenchon vorn.
