Aserbaidschan: Proteste nach Kopftuchverbot an Schulen
In Aserbaidschan protestieren seit fast einer Woche Kinder gegen ein an Schulen eingeführtes Kopftuchverbot. Vor mehreren Schulen versammeln sich Mädchen mit islamischem Kopftuch, teils begleitet von Jungen, die aus Solidarität mit ihren Mitschülerinnen teilnehmen. Öffentliche Kundgebungen sind in dem Land selten, Demonstrationen von Kindern gelten als beispiellos.
Der Streit hat auch politische Spannungen mit der Türkei ausgelöst. Auslöser ist eine Auslegung neuer Schulvorschriften, die zusätzliche Kleidungsstücke verbieten, die von der Standarduniform abweichen oder dem Prinzip der säkularen Bildung widersprechen. Der Hidschab wird dabei nicht ausdrücklich genannt, doch einige Schulen schickten betroffene Mädchen nach Hause. Später wurden auch für Lehrkräfte Kleidervorschriften festgelegt, worauf Berichte über den Ausschluss von Frauen mit Kopftuch aus dem Unterricht folgten.
Das Innenministerium teilte mit, seit Beginn der Proteste seien 37 Menschen festgenommen worden. Amnesty International verurteilte den Ausschluss von Mädchen mit Hidschab und forderte die Freilassung der Festgenommenen.
