Finanzielle Stabilitätsrisiken bleiben erhöht, während sich der geowirtschaftliche Schock entfaltet
Die Finanzstabilität im Euroraum bleibt nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank angespannt. Ausgelöst durch den Krieg im Nahen Osten belasten ein großer Angebotsschock bei Energie und eine hohe geopolitische Unsicherheit die Aussichten. Die EZB sieht dadurch Risiken für Inflation, Wachstum und die Finanzmärkte.
Die Zentralbank verweist auf anhaltende Unsicherheiten im Welthandel, im internationalen Zusammenwirken sowie auf steigende Cyberrisiken und Bedrohungen für kritische Infrastruktur. An den Märkten hätten sich erste Reaktionen zwar wieder abgeschwächt, dennoch seien Bewertungen bei Aktien weiter hoch und Risikoprämien bei Unternehmensanleihen niedrig. Auch die Lage der öffentlichen Finanzen könne sich in hoch verschuldeten Ländern des Euroraums verschlechtern.
Besonders im Blick hat die EZB Nichtbanken und private Märkte, die bei einem breiten Marktrückgang zusätzliche Spannungen auslösen könnten. Für Banken nennt sie trotz solider Kapital und Liquiditätspuffer Risiken über ihre Refinanzierung und über mögliche Verschlechterungen der Vermögensqualität. Zudem rät die EZB dazu, bestehende Kapitalpuffer und Kreditstandards beizubehalten.
