Experten äußern Kritik an hohem Wehretat: Eine Strategie ist nicht zu erkennen
Deutschland plant im kommenden Jahr mit 140 Milliarden Euro einen so hohen Verteidigungsetat wie nie zuvor. Doch Sicherheitsexperten und Politiker kritisieren, dass darin keine klare Strategie erkennbar sei. Besonders der Leiter des Kiel Instituts für Wirtschaftsforschung, Moritz Schularick, bezeichnete einen großen Teil der vorgesehenen Beschaffungen als Altmetall.
Im Haushalt stehen vor allem Nachkäufe für Lücken in den Beständen der Bundeswehr im Vordergrund, darunter Leopard 2A8, Puma, Radpanzer, Transportfahrzeuge sowie Panzer und Radhaubitzen. Experten halten diese Anschaffungen zwar für nötig, sehen darin aber zu wenig Fokus auf künftige Kriegsführung, Forschung und technologische Führungsfähigkeit. Auch der Anteil für neue Entwicklungen und europäische Fähigkeiten wird als zu gering bewertet.
Kritik gibt es zudem an den geplanten Käufen von F 35 Kampfjets und Tomahawk Marschflugkörpern aus den USA. Nach Einschätzung von Nico Lange fehlt ein Ansatz, um die europäische Industrie stärker zu fördern und langfristig mehr Unabhängigkeit zu erreichen.
