EP will einheitliche Definition von Vergewaltigung in Europa
Das Europaparlament drängt auf eine einheitliche Definition von Vergewaltigung in der EU. Eine parteiübergreifende Initiative will die EU Kommission dazu bewegen, den rechtlichen Rahmen so zu ändern, dass in allen Mitgliedstaaten das Fehlen von Einwilligung maßgeblich ist. Das Parlament billigte den Vorstoß am Dienstag mit 447 zu 160 Stimmen.
Bislang gibt es in Europa unterschiedliche Rechtsmodelle. In einigen Staaten zählt nur Gewalt oder Drohung, andere orientieren sich am erkennbaren Willen des Opfers. Das sogenannte Nur Ja heißt Ja Modell setzt dagegen auf ausdrückliche und freiwillige Zustimmung. Dieser Ansatz gilt bereits in mehreren EU Staaten, darunter Schweden, Spanien, die Niederlande und Frankreich.
Die Initiative fordert zudem eine stärkere Unterstützung von Opfern, etwa beim Zugang zu Justiz, spezialisierten Diensten und Gesundheitsversorgung. Ein früherer Versuch, eine europaweite Regelung zu schaffen, war 2024 gescheitert.
