Einfallstor für Stromsabotage: Zur Trafostation kann man einfach rübergehen und den Schalter umlegen
Der Chef des Infrastrukturunternehmens Friedrich Vorwerk warnt vor erheblichen Sicherheitslücken beim Schutz des deutschen Stromnetzes. Im Vergleich zu England sei Deutschland in diesem Bereich sehr nachlässig, sagt Torben Kleinfeldt. Besonders gefährdet seien große Stromtrassen, auch unterirdische Kabel böten keinen vollständigen Schutz.
Kleinfeldt verweist darauf, dass sich Umspannwerke als räumlich begrenzte Anlagen mit relativ wenig Aufwand sichern ließen. Problematischer seien lange Leitungen, die sich über Hunderte Kilometer erstreckten. Eine Trafostation im Norden Hamburgs mache das Risiko deutlich: Dort könne man einfach hinübergehen und den Schalter umlegen.
Zugleich spricht sich Kleinfeldt für eine stärkere Erdverkabelung aus, auch wenn sie teurer ist als Freileitungen. Freileitungen hätten ein Akzeptanzproblem, unter anderem wegen ihres Erscheinungsbilds. Für den Ausbau der Stromautobahnen nennt er vor allem A Nord, Suedlink und SuedOstLink als zentrale Projekte.
