Dreikampf im Weltschachverband: Wer wird FIDE Präsident?
Beim Kongress des Weltschachverbands FIDE in Samarkand wird an diesem Samstag das Spitzenamt neu besetzt. Um die Präsidentschaft bewerben sich der kasachische Milliardär Timur Turlow sowie die beiden Deutschen Jan Henric Buettner und Wadim Rosenstein. Für die FIDE ist es die erste Wahl seit mehr als 30 Jahren, bei der kein Russe an der Spitze stehen wird.
Die Kandidaten stehen vor allem wegen ihrer Verbindungen nach Russland und der Finanzierung ihrer Schachaktivitäten unter Beobachtung. Turlow gilt als Favorit und als Vertrauter des früheren Präsidenten Arkadi Dworkowitsch, dessen Amtszeit wegen EU Sanktionen endete. Buettner will die Abhängigkeit von russischen Geldgebern verringern und den Schachsport stärker kommerzialisieren. Rosenstein wird dagegen wegen seiner Geschäfte und früheren Kontakte nach Russland kritisch gesehen.
Auch die Finanzierung seiner Schachprojekte sorgt für Fragen. Er hatte einen Sponsor präsentiert, der nach Angaben des Unternehmens nie zugestimmt habe. Zudem traf sich Rosenstein mit dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann, was der Deutsche Schachbund als Unterstützung für seine Kandidatur wertet.
