Die vorgezogene Wahl in Malta und das Kalkül des Premiers
In Malta finden vorgezogene Parlamentswahlen statt. Premierminister Robert Abela hatte die Abstimmung kurzfristig angesetzt und dies mit geopolitischen Spannungen begründet. Die Opposition wirft der Regierung vor, mit der Wahl auch unliebsame Daten zu Staatsfinanzen und Arbeitslosigkeit aus dem Blick zu halten.
Abelas Labour Party regiert das Land seit 2013 mit komfortabler Mehrheit und verweist auf Wirtschaftswachstum, niedrige Arbeitslosigkeit und staatlich subventionierte Energiepreise. Oppositionsführer Alex Borg kritisiert dagegen Verkehrschaos, überlastete Infrastruktur und die Bebauung historischer Stadtkerne sowie Grünflächen.
Beobachter halten einen Wahlsieg Borgs für unwahrscheinlich. Abelas Vorgehen trifft die konservative Nationalist Party, deren neuer Chef erst seit September im Amt ist, zu einem frühen Zeitpunkt. Zugleich spielt in dem Kleinstaat der starke Klientelismus eine große Rolle, denn viele Menschen sind vom Staat abhängig.
