Ukraine nimmt Russlands Onlinehandel ins Visier
Die Ukraine greift den russischen Online Händler Wildberries gezielt an. In der vergangenen Woche trafen Drohnenangriffe vor allem die Verteilzentren des Unternehmens. Nach offiziellen Angaben kamen dabei neun Menschen ums Leben, mehr als 80 wurden verletzt. Analysten schätzen den Wert der verbrannten Waren auf bis zu vier Milliarden Euro.
Wildberries hat in Russland eine ähnliche Bedeutung wie Amazon in Deutschland. Das Unternehmen meldet täglich rund 20 Millionen Bestellungen und betreibt mehr als 90.000 Abholstationen im ganzen Land. Viele kleine Unternehmer sind von den Angriffen besonders betroffen. Mehrere berichten von schweren Verlusten, weil Waren in den Lagerhäusern verbrannt sind. Einzelne Kundinnen und Kunden beklagen längere Lieferzeiten oder befürchten, dass bestellte Waren nicht mehr ankommen.
Auch der Kreml musste sich zu den Folgen äußern. Sprecher Dmitri Peskow erklärte, die Lage sei schwierig, weil sowohl das Unternehmen als auch kleine und mittlere Betriebe Verluste erlitten hätten. Wildberries kündigte Entschädigungen an, Betroffene sprechen jedoch teils von sehr geringen Zahlungen.
